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"Hard Stop" - Vollbremsung aus vollem Lauf

"Deshalb ist es wohl das Beste, wenn wir Deine Vorstandstätigkeit einvernehmlich beenden."


Mit diesem Satz wurde ich nach der Rückkehr aus einem Kurzurlaub überrascht. Ich hatte nichts geahnt und ich war auf diesen Satz nicht vorbereitet.

Ich möchte aus nachvollziehbaren Gründen nicht auf die näheren Umstände oder weitere Details dieser Entscheidung eingehen. Nur soviel: Sie fand in einem sehr wertschätzenden und auch kollegialem Rahmen statt. Sowohl für den Absender als auch den Empfänger war es nicht einfach. Und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ähnliche Entscheidungen häufig unprofessionell und unfreundlich kommuniziert werden. Das war bei mir nicht der Fall. Ich kann im Nachhinein diese Entscheidung sogar nachvollziehen und bewundere die Konsequenz und Klarheit, die sie den Verantwortlichen abverlangt hat.


Über diesen Moment zu berichten ist allerdings wichtig im Kontext der Konsequenzen, die sich für mich daraus ergeben haben. Denn er war der Auslöser für eine neue berufliche Orientierung.


Wie oft hat man die Möglichkeit, eine Bestandsaufnahme seines Lebens vorzunehmen und ohne Zeitdruck und Not über die nächsten Schritte nachzudenken?


Ich bin seit 1983 berufstätig und damit seit 39 Jahren ohne Unterbrechung in verantwortungsvollen Rollen in mehreren Unternehmen tätig gewesen. Seit 1995 bin ich ununterbrochen in Geschäftsführungspositionen und habe mehrfach eigene Unternehmen gegründet und aufgebaut und eines davon erfolgreich verkauft. In der gesamten Zeit hatte ich niemals die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum "abzuschalten". Meine Urlaub wurde immer begleitet von geschäftlichen Aktivitäten, ob es nun die Beantwortung von Emails, die Teilnahme an dringenden Meetings per Telefon oder später Video und manchmal sogar von Unterbrechungen, weil ein wichtiges Ereignis meine Anwesenheit im Büro oder vor Ort beim Kunden erforderte. Alles in allem ist es eine Situation, die für viele Berufstätige in ähnlichen Positionen sicherlich nicht ungewöhnlich ist. Allerdings kann ich auch dankbar auf eine gewisse finanzielle Absicherung blicken. Über diese privilegierte Situation bin ich mir ebenfalls sehr wohl bewusst.


Es hat deshalb nicht lange gedauert, bis ich die einmalige Gelegenheit erkannte. Ich wollte die kommenden Monate nutzen, um über mein bisheriges Leben nachzudenken und neue Perspektiven zu entwickeln.


Über diesen Prozess werde ich hier berichten. Ich möchte meine Gedanken und Aktivitäten mit Euch teilen und hoffe, dass sich für mich und einige von Euch daraus interessante Erkenntnisse und Hilfestellungen ergeben werden.



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